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kembang
Kaiser



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kembang ist offline
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Zitat:
Original von kembang
Die Sehenswürdigkeit ist Sidemen selber. Wenn man in Sidemen ist, dann ist man angekommen und muß eigentlich nicht nach weiteren Punkten suchen.


Hallo

Als ob ich es geahnt haette, als ich damals obigen Beitrag vom 14.02.2011 schrieb ... Inzwischen wurde ich privat von einer balinesischen Familie fuer September 2011, Februar 2012, Oktober 2012 und auch fuer den Mai 2013 eingeladen, mit ihnen in Selat zu wohnen. So verbrachte ich in dieser Zeit ueber 2 Monate dort. Selat ist nur einen Steinwurf weit von Sidemen entfernt.

Nun wird man denken ohhhh, wie langweilig. Nicht aber fuer mich. Ich bekam Einblicke in das wirkliche Leben der Bainesen und bekam viele Termine ueber Feierlichkeiten mitgeteilt.
Sicherlich moechtet Ihr wissen, was ich von hier aus tat, Hier ein kleiner Einblick ..

Meine Gastgeberin ist unter anderem Taenzerin und auch Lehrerin in Rendang, und verdient sich nebenher mit Schminken etwas dazu. Sie nahm mich 5 mal zu balinesischen Hochzeiten mit, da sie das Brautpaar einkleidet und schminkte.

2 mal wurde ich zu Totenverbrennungen mitgenommen. Ich war unter Freunden und sehr nah an der Zeremonie dabei. Es ist ein grosser Unterschied, ob als Tourist oder ob man als Freund dem ganzen Geschehen beiwohnen darf.

Meine Gastgeberin schminkte eine Gruppe Maedchen in einer professionellen Tanzschule in Klunkung fuer eine Auffuehrung ( Colonarang ) in Bangli. Ich war dabei. Sowohl beim Schminken als auch in einer ganzen Nacht andauernden Colonarang Darbietung.

Ein weiteres, athemberaubenes Schauspiel war fuer mich in einer Nacht der Sang Hyang Janger ( Rejang ) in Bangli / in Bukti. Meine Gastgeberin mit ihrem Mann begleiteten mich zu diesem misteriösen, geheimnisvollen "Spektakel". Oefters sah ich einen fuer Touristen inszenierten Abklatsches dieses Feuertanzes in Batu Bulan.

Nur auf Schleichwegen und auf unertraeglich schlechtem Feldweg fuhren wir in einer tropischen Nacht zu diesem abgelegenen Dorf. Die Athmosphaere war schon bei unserer Ankunft aufgeladen. Die meisten Dorfbewohner sassen schon versammelt im Halbkreis um eine Palmenlichtung bei hellem Mondschein, als wir ankamen. Mehrere Priester empfingen uns, und wir wurden gefragt, ob wir die Ceremony "spiritual" beginnen wollen. Ich schaute meine Gastgeberin nur kurz an, und ein kurzes Nicken signalisierte mir, dass auch sie mit einem kurzen Gebet einverstanden war. Also gingen wir in den kleinen, nahegelegenen Tempel. Hier thronte eine Maske, welche die Priester zu diesem Zeitpunkt als ihren Gott fuer diese Zeremonie bezeichneten. Das Gebet mit meiner Gastgeberin machte mich wohl sensibler fuer das, was noch kommen sollte.

Ausserhalb des Tempels, auf der Palmenlichtung war inzwischen eine betraechtliche Menge trockener Kokosnussschalen aufgetuermt und angezuendet worden. Eine Gruppe junger Frauen sassen am Rand und sangen " Janger ". Das Gamelan spielte und der Barong war anwesend. Ein Priester schritt eher tanzend vor dem Barong und spach mit seinem Gott in einer speziellen, halb singenden Sprache. Ich habe mir spaeter sagen lassen, dass man die Sprache " modre " nennt. Schon jetzt musste einer der beiden Barongtaenzer ausgetauscht werden, da er in Trance fiel.

Sobald die Flammen des Feuers aus waren, und die Schalen tiefrot gluehten, stuerzten die Frauen urploetzlich auf das Feuer los und wirbelten mit ihren Fuessen die Glut in alle Himmelsrichtungen. Eine junge Balinesin warf sich sogar in die Glut, wurde aber alsbald von " Helfern " wieder auf die Beine gestellt. Das Gamelan aenderte herausfordernd und aufpeitschend den Musiktakt. Die etwa 25 Taenzerinnen sprangen und hueften in der Glut herum. Rempelten sich nun, da sie sich in tiefer, tiefer Trance befanden, unbewusst an. Das ging soweit, dass sie sich, voellig verausgabt, auf den Boden stuerzten. Da der Boden immer noch mit gluehenden Kokosnussschalen uebersaet war, wurden auch sie von "Helfern" schnell an den Rand des Platzes, und somit aus der Gefahrenzone gebracht. Priester kamen nun mit heiligem Wasser und brachten so die Leute aus der aphatischen Lage.

Mir laeuft es immer noch kalt den Ruecken herunter .. Ein Priester nahm mehrmals groessere Stuecke der gluehenden Nussschalen in den Mund ( wohl zwischen die Zaehne ), und atmete heftig in den klaren Himmel aus, so dass die Funken nur so in die Nacht stoben.

Meine Gastgeberin, immer an meiner Seite, war sehr aufgewuehlt und versicherte mir, dass sie eine solche Ceremony in dieser extremen Form noch nie gesehen haette und sie Angst gehabt haette, auch in Trance zu fallen. Nun ja, die Welt des Niskala.

Noch einige weitere highlights an verschiedenen Tagen, die ich jetzt nicht ausfuehrlich beschreiben will, waren fuer mich :
Besuche von Schulen, wenn dort Feierlichkeiten mit Taenzen, Gesaengen waren ..

Von mir privat bestellte Veranstaltung ( Maskentaenze ) in Bangli, da ich jetzt dort neue Freunde habe ..

Von mir privat bestellte Veranstaltung im Hause meiner Gastgeberin, balinesische Taenze mit 30 Taenzerinnen

Von mir privat bestellte Veranstaltung im Hause meiner Gastgeberin, balinesische Gesaenge, sinom, pupu, kekawin, tantri kamandaka, maskumambang, wargasari, palawakia ...
In Abang / Karangasem tanzte meine Gastgeberin als Sita "Wayang Wong" .. Bei den Proben in Selat war ich aber auch dabei. Somit durfe ich dieser Auffuehrung ein 2. Mal beiwohnen.

Meine Gastgeberin bat mich, bei ihren Eltern in Pangitebel ( bei Padangbei ) zu schlafen. Da ihr Vater Dukun / Balian ist, war das fuer mich eine willkommene Einladung.

Fuer mich galt es natuerlich auch, neue Gegenden und neue Tempel zu entdecken. So zB. der Pura Pucak Jati und der nicht weit entfernte Pura Peninjaoan in Desa Timuhund oder Timuhun. Die Landschaft und der Ausblick herunter in das Tal ist einfach wunderschoen.

Gleiches gilt fuer die Landschaft bei Desa Banuti, Banjar Guliang, Kawan Kapupaten Bangli. Oder die Nachtmaerkte in Gianyar, Bangli oder wo auch immer .. Das " Abreiten " von Kilometern habe ich schon seit Jahren aufgegeben.

Das ist jetzt nicht am Thema vorbei, denn alles dies und sehr viel mehr kann man von Sidemen aus tun. Ab dem 14. Mai 2013 werde ich wieder auf Bali sein .. Und es ist jetzt schon klar, wo ich sein werde .. Abseits der Touristenpfade, aber zusammen mit meinen vielen balinesischen Freunden in Selat, bei Sidemen ...

Viele Gruesse,

-- Kembang --


__________________
Lächeln bringt meist mehr als 1000 Worte.

14.01.2013, 12:03 Profil von Füge  deiner Freunde-Liste hinzu Email an kembang senden
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