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Henky Baharuddin
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Reisetagebuch (Auszug), Teil 1: Java

Freitag, 28. September

Um viertel vor zehn vormittags sind Bärbel, Rosita und ich bereits im Frankfurt Airport. Bärbel hat 48 Stunden vor dem Abflug das Internet-Checkin für uns gemacht. Leider gab es laut dem Sitzplan keine drei zusammenhängende Sitze mehr frei, sie konnte nur je zwei Sitze und einen Sitz getrennt voneinander reservieren. Am Checkin-Schalter der Singapore Airlines fragen wir trotzdem nochmals, ob es doch möglich ist, dass wir nebeneinander sitzen. Glücklicherweise ist es möglich und wir bekommen dann drei zusammenhängende Plätze im Mittelbereich. Das Abenteuer kann nun beginnen. Kurz nach ein Uhr startet unser Flieger. Wir haben für unseren Flug nach Indonesien Singapore Airlines gewählt, da wir gemäß unserem Reiseplan zuerst Yogyakarta ansteuern wollen. Singapore Airlines mit ihrer Tochter Silk Air bedient als einzige Airline komplett die Strecke Frankfurt - Solo via Singapur. Dies hat den Vorteil, dass wir schon in Frankfurt durchchecken können. Erneutes Einchecken in Singapur für den Anschlußflug entfällt und das Gepäck geht auch bis Solo durch.

Samstag, 29. September

Wir haben in Singapur flugplanbedingt eine siebenstündige Wartezeit. Wir nutzen die Gelegenheit, um an einer kostenlosen zweistündigen Rundfahrt durch Singapur teilzunehmen. Der Flughafenbetreiber bietet Transitpassagieren, die mehr als fünf Stunden Aufenthalt im Airport haben, diesen kostenlosen Service an. Die Fahrt geht mit dem Bus zuerst zum Kai und von dort mit dem Boot auf dem Singapore River vorbei an den Wolkenkratzern und den alten restaurierten Häusern bis zur Flußmündung. Ich war schon einige Male in Singapur, doch es ist diesmal für mich sehr interessant, zum ersten Mal Singapur aus der Froschperspektiv zu betrachten.

Am Nachmittag fliegt uns Silk Air, die Tochter der Singapore Airlines, nach Solo weiter. Im schäbigen Provinzflughafen von Solo angekommen, kommt es mir dort zunächst primitiv und chaotisch vor. Doch das Personal der Visaabteilung und Immigration erweist sich als recht nett und es geht alles doch ziemlich zügig zu. Ich besitze die deutsche Staatsbürgerschaft und unterliege daher auch der Visumspflicht für Indonesien. Die Visagebühr von 25 USD bezahlen wir mit Euro und bekommen dafür geringes Wechselgeld in Rupiah.

Für 180.000 Rp fahren wir mit einem Airport-Taxi zu unserem ersten Ziel, in das ca. 60 km entfernte Yogyakarta. Nach einigen Minuten Fahrt durch Solo höre ich den ersten Kommentar von Indien-Fan und Steuerfachangestellte Rosita: ''Es erinnert mich an Indien. Hier ist es aber viel sauberer und ordentlicher.'' Rosita wie auch Bärbel fliegen jetzt zum ersten Mal nach Indonesien. Rosita war zuvor schon dreimal in Indien und hat sich in das Land verliebt. Für die Juristin Bärbel ist das ihre erste Fernreise überhaupt. Es ist schon dunkel, als wir Yogya erreichen. Das Taxi bringt uns zu unserem Hotel in Yogya, Duta Guest House, das wir bereits von Deutschland aus per Internet gebucht haben. Es ist eine einfache schöne Anlage in Jalan Prawirotaman mitten im Traveller-Viertel von Yogya.

Gleich an diesem ersten Abend erleben wir eine unangenehme Sache. Ich sitze im Lobby und bespreche gerade mit unserem Fahrer den Plan für den morgigen Tag. Plötzlich kommt Bärbel sichtlich erregt aus dem Zimmer auf uns zu. Der Grund: sie hat im Badezimmer gleich zwei große Kakerlaken entdeckt. So hart Bärbel als Juristin auch in ihrem tagtäglichen Berufsleben mit Paragraphen konfrontiert wird, hat sie privat eine sehr große Angst vor solchen Tierchen. An diesem Abend kann ich ihre nicht zu unterschätzende Angst jedoch noch nicht so richtig wahrnehmen. Wir veranlassen alsdann das Hotelpersonal, die Kakerlaken aus dem Zimmer zu entfernen. Man muss sich allgemein aber im Klaren sein, dass überall auf der Welt Kakerlaken zu finden sind. Kakerlaken werden oft irrtümlicherweise in Verbindung mit Elend oder Dreck gebracht. Das stimmt natürlich nicht. Die Möglichkeit in einem Hotelzimmer Kakerlaken zu finden, hängt nicht von der Anzahl der Sterne des Hotels ab, sondern vielmehr, ob es in den Räumlichkeiten viele offenen Löcher und Ritzen gibt.

Sonntag, 30. September

Wir machen heute unsere allererste Tour in Indonesien. Unser Fahrer Lantip fährt uns zuerst zum Kraton, dem Sultanspalast von Yogyakarta. Ein offizieller weiblicher Guide des Palastes führt uns durch die verschiedenen Hallen und Räumlichkeiten der weitläufigen Anlage. Der jetzige Sultan und gleichzeitig Gouvernur von Sonderprovinz Yogyakarta bewohnt noch einen Teil der Anlage. Offizielle Empfänge des Sultans finden in einigen Räumlichkeiten statt. Wir sehen auf dem Hof einige Bediensteten des Palastes in ihren traditionellen Gewändern.

Weiter geht es zum benachbarten Wasserschloß Taman Sari. Die Anlage wurde ebenfalls während der Herrschaft des Erbauers des Kratons, Sultan Hamengku Buwana I, gebaut und sollte als Erholungsstätte für die Angehörigen des Sultans dienen, aber auch als eine Festung. Sie besteht aus mehreren Gebäuden und Schwimmbecken. Eine Gebetsstätte wurde ebenfalls in der Nähe der Anlage errichtet. Zur Zeit sind die Schwimmbecken leer. Das starke Beben vom Mai 2006 hat die Anlage zum Teil beschädigt. Es sind Risse in den Becken entstanden. Die Anlage muss noch instandgesetzt werden.

Rings um das Wasserschloß steht eine Siedlung. Wir gehen durch die engen Gassen vorbei an den einfachen soliden Häusern und etlichen Läden. In einigen Läden können wir den Kunsthandwerkern bei ihrer Arbeit zuschauen.

Nach dem Mittagessen fahren wir zu dem Vogelmarkt Pasar Ngasem. Hier reihen sich Läden aneinander, in denen Vögel verschiedener Arten in Käfigen zum Verkauf angeboten werden.

Anschließend fahren wir an die Südküste zum Strand von Parangtritis südlich von Yogya. Der schwarzsandige Strand ist sehr weitläufig und nicht zum Baden, eher zum Flanieren geeignet. Der indische Ozean treibt hier sein Unwesen in Form von sehr starken Brandungen. Im Osten grenzt der Strand an hohe Felsklippen. Es ist Sonntag und dementsprechend herrscht hier ein lebhaftes Treiben. Viele Einheimischen machen hier einen Picknick oder schlendern am Strand. Am Strand stehen kleine Pferdekutsche und warten auf Kundschaft, um sie eine Runde entlang des langen Strandes zu kutschieren. Wir gehen am schwarzen Strand spazieren. Ein Familienvater stellt seine drei kleinen Töchter neben Bärbel und Rosita hin, um mit seiner Handykamera ein Gruppenbild der Töchter mit den zwei blonden Mädeln aus Germany zu machen. Das Foto von Bärbel und Rosita geht dann wahrscheinlich um die ganze Welt, wenn der Mann es gleich an seine Verwandschaft in alle Welt schickt. Nach dem Spaziergang setzen wir uns in einem der zahlreichen Warungs am Strand und genießen die Atmosphäre an diesem etwas anderen Strand.



Am späten Nachmittag fahren wir nach Yogya zurück. Der Fahrer und Besitzer des Wagens, Lantip, habe ich bereits von Deutschland aus kontaktiert und ihn für unsere Touren in Yogya geordert. Er ist ein berühmter javanischer Tänzer und Absolvent der Universität von Yogyakarta. Er tritt oft auf verschiedenen Veranstaltungen auf und war schon mehrmals im Ausland. Auch in Deutschland ist er schon einmal auf einer Veranstaltung der Deutsch-Indonesischen Gesellschaft Südwestfalen in Siegen aufgetreten. Neben seinem Hauptberuf kutschiert er ab und an Touristen aus aller Welt mit seinem Wagen durch Yogya.

Montag, 1. Oktober

Heute müssen wir recht früh aufstehen. Wir wollen den Borobudur Tempel beim Sonnenaufgang ansehen. Ich war schon mehrmals auf Java und habe mir auch schon mehrmals die Sehenswürdigkeiten Javas angesehen. Daher reizt es mich eigentlich nicht mehr, alle diese Objekte nochmals zu besichtigen. Da Bärbel und Rosita aber noch nie in Indonesien waren, haben wir Java auch in den Reiseplan mit aufgenommen. Im Morgengrauen fahren wir dorthin. Um sechs Uhr wird die Anlage geöffnet. Es verirren sich noch wenige Besucher hier am frühen Morgen. Der Himmel ist an diesem Morgen ziemlich bedeckt. Aber als wir auf der obersten Stufe der buddhistischen Tempelanlage ankommen, bietet sich ein phantastischer Blick über die weite Landschaft rings um dieses Bauwerk. In der Ferne sehen wir Berge mit Nebelstreifen an den Hängen.



Als nächstes fahren wir zu der hinduistischen Tempelanlage von Prambanan. Das starke Erdbeben von 27. Mai 2006 hat die Anlage auch mit in die Leidenschaft gezogen. Ein Hauptturm wurde schwer beschädigt, viele einzelnen Steine wurden losgerissen und sind heruntergefallen. Ein Gerüst steht um diesen Turm. Besucher dürfen zur Zeit hier wie auch in die beiden anderen Haupttürme nicht hineingehen und können die Tempel nur im Abstand von ca. 15 Metern außerhalb der Absperrung betrachten.

Die Sonne steht jetzt fast senkrecht über uns. Bärbel und Rosita ist es mittlerweile viel zu heiß. Sie haben keine Lust mehr, zu den nächsten Sehenswürdigkeiten zu fahren, und wollen stattdessen lieber ins Hotel an den Pool. Lantip bringt uns vorher noch zum Geldwechseln und zum Mittagessen zur Jalan Malioboro, der Haupteinkaufstraße Yogyas. Hier herrscht ein lebhaftes Treiben. An dieser Straße reihen sich Banken, Geschäfte und Regierungsgebäude aneinander. Die Straße ist mit Rikschas verstopft und die Bürgersteige mit geparkten Motorrädern. Überhaupt sieht man nur wenige Pkws in Yogya. Auf den Straßen dominieren Motorräder, öffentliche Verkehrsmittel und ältere klapprige Autos. Wir gehen in das riesige moderne Malioboro Mall. Wie überall in Indonesien dröhnt hier auch laute ohrenbetäubende Musik von den Lautsprechern. Indonesier scheint laute Musik aber nicht besonders zu stören. Auf der obersten Etage des Malls, wo viele Eßbuden zu finden sind, nehmen wir unser Mittagessen ein.


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Und der, der auf dem Thron saß, sprach: „Siehe! Ich mache alle Dinge neu.“ (Offenbarung 21:5)

14.12.2007, 22:00 Profil von Füge  deiner Freunde-Liste hinzu Email an Henky Baharuddin senden Homepage von Henky Baharuddin
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Dienstag, 2. Oktober

Heute heißt es Abschied nehmen von Yogyakarta. Lantip holt uns vom Hotel ab und fährt uns zum Bahnhof. Wir fahren mit der Bahn nach Surabaya weiter. Lantips Frau hat bereits ein paar Tage vor unserer Ankunft Fahrkarten für unseren Zug besorgt. Ich habe sie von Deutschland aus gebeten, rechtzeitig Fahrkarten zu besorgen, damit wir in Betracht unseres engen Zeitfensters auf jeden Fall Plätze bekommen. Wir haben für die Fahrt das Executive Class gewählt, das ist die bessere komfortablere Klasse in klimatisierten Waggons. Als wir im Bahnhof ankommen, steht der aus Jakarta kommende Zug am Gleis bereit. Mit ein paar Minuten Verspätung setzt sich der Zug langsam in Bewegung. Kaum bewegt er sich, stoppt er, kaum bewegt er sich wieder ein paar Meter, stoppt er wieder. So geht es einige Zeit lang, bis er bei diesem Schneckentempo den Nebenbahnhof von Yogya erreicht. Als der Zug den Nebenbahnhof verläßt, haben wir schon ca. 40 Minuten Verspätung. Ab hier geht es dann aber mit hohem Tempo sehr zügig weiter. Auf der Strecke nach Surabaya hält der Zug noch an mehreren Stationen an. Nach fast fünfundhalbstündiger Fahrt nähern wir uns Surabaya. Im Laufe der Fahrt hat der Zug die verlorene Zeit aufgeholt. Mit dann nur noch 15-minütiger Verspätung treffen wir im Bahnhof von Surabaya Gubeng ein.

Dort werden wir bereits von dem Fahrer erwartet, der uns nach Bromo begleiten wird. Whinny aus Surabaya, die einen Travel Agent besitzt, hat für uns die Tour zum Mt. Bromo organisiert. Das Angebot schließt Übernachtungen am Mt. Bromo und in Surabaya, Mietwagen mit Fahrer, und Jeep für Bromo ein. Nach dem Mittagessen in einem noblen chinesischen Restaurant in der Nähe des Bahnhofs fahren wir sogleich in Richtung Mt. Bromo. Die Fahrt geht zuerst kurz durch Surabaya. Dabei fällt einem gleich der Unterschied zu Yogyakarta auf. Surabaya hat den Charakter einer modernen Metropole. Auf den mehrspurigen endlos scheinenden Straßen rollen neue blitzblanke Autos. Ich war zuletzt 2003 in Surabaya. Ich habe den Eindruck, dass Surabaya jetzt moderner, ordentlicher und sauberer geworden ist. Bereits nach ein paar Minuten erreichen wir die mautpflichtige Autobahn. Normalerweise führt die Autobahn von Surabaya bis Gempol. Doch seit einiger Zeit ist bereits einige Kilometer vor Gempol Endstation für die Autofahrer. Die Autobahn verläuft nämlich unmittelbar an der Stelle, wo seit einem Jahr heiße Schlammmasse unaufhörlich aus der Erde sprudelt und bereits einige Dörfer in der Umgebung metertief begraben hat. Ein Stück der Autobahn wurde auch von der Schlammmasse überflutet und kann nicht mehr befahren werden. Autofahrer müssen jetzt an der vorletzten Abfahrt die Autobahn verlassen und über die Hauptstraße fahren.

Die Hauptstraße grenzt auf der linken Seite unmittelbar an das von der Schlammmasse betroffene Gebiet an. Die Lädenreihe an der Straße wurde auch davon betroffen. Sie sind beschädigt und stehen jetzt leer. Der Fahrer erzählt, dass es mittlerweile eine zweite Quelle dieser undefinierbaren Erdmasse entstanden sei. An einer Stelle hält er an und zeigt uns den neuen Punkt. Hinter einem verlassenen Laden sehen wir, wie aus der Erde Flüssigkeit ca. 1,5 m hoch ununterbrochen spukt. Die weitere Fahrt über die Hauptstraße erweist sich als Geduldprobe. Sie führt über viele dichtbesiedelten Ortschaften. Es herrscht sehr dichter chaotischer Verkehr.

Nach einigen Stunden Fahrt auf dieser recht hektischen Straße biegen wir rechts in die Nebenstraße ab, die zum Mt. Bromo führt. Ab hier geht es dann ruhiger zu, hier gibt es nur weniger Verkehr. Es ist mittlerweile dunkel geworden. Die Straße geht weiter bergauf und es ist kühler geworden. Schließlich erreichen wir den Ort Ngadisari und steuern gleich unsere Unterkunft an, das Yoschi Guesthouse. Nach dem Abendessen im Hotel gehen wir sofort ins Bett, da wir am nächsten Morgen schon wieder recht früh aufstehen müssen.

Mittwoch, 3. Oktober

Im Morgengrauen um halb vier brechen wir zum Mt. Bromo auf. Wir werden in einem Jeep gefahren, das Whinny ebenfalls für uns organisiert hat. Da es da oben recht kalt ist, nehmen wir Wintermäntel mit, welche unser Hotel uns gegen Gebühr verliehen hat. Zuerst fahren wir zu dem Ort, in dem man von einer Aussichtsplattform aus den Sonnenaufgang verfolgen und genießen kann. Bevor wir zu der Plattform gehen, erwärmen wir uns zunächst mit einem heißen Kaffee in einem der zahlreichen Läden in der Umgebung. Es ist brechendvoll auf der Plattform. Touristen aus aller Herren Ländern versammeln sich hier, um auf den Sonnenaufgang zu warten. Noch im Dunkeln sehen wir in der Ferne einen tiefroten Streifen am Horizont, die Sonne steigt gerade langsam auf. Man kann in der Dämmerung schon die Kontur der umliegenden Hügel erkennen, weiter rechts erkennt man recht gut die Spitzen der Berge Semeru, Bromo und Batok. Abgesehen von der Kälte, ist es auf alle Fälle ein recht beeindruckendes Erlebnis, hier den Sonnenaufgang zu beobachten, und zu verfolgen, wie der Himmel sich langsam aufhellt und wie schließlich alles unter dem hellen Sonnenlicht klar zum Vorschein kommt.



Die Sonne steht jetzt ziemlich hoch. Langsam leert sich die Plattform. Wir gehen auch zu unserem Jeep zurück. Es geht weiter zu dem Kraterrand von Bromo. Das Jeep fährt zuerst ins Tal hinunter und dann noch ein paar Kilometer weiter durch das Sandmeer bis zur Endstation für Fahrzeuge. Von dort geht es nur noch zu Fuß oder mit dem Pferd bis zu dem noch ca. 1 km entfernten Krater. Wir steigen auf Pferde um und werden durch deren Halter bis an den Fuß des Kraters geführt. Dort erwartet uns noch eine hohe Treppe, um nach oben auf den Kraterrand zu gelangen. Mir fällt auf, dass das Treppenwerk ziemlich neu ist und anders als im Juli 2003 aussieht. Möglicherweise hat der Ausbruch des Mt. Bromo vor einiger Zeit das alte Treppenwerk beschädigt, so dass es erneuert werden musste. Es ist recht mühsam, die Treppe zu besteigen. Mehrmals müssen Rosita und ich eine Pause einlegen und landen schließlich ganz erschöpft oben. Bärbel, die uns schon weit voraus ist, scheint da eine bessere Kondition zu haben. Sie steht schon längst oben und hat sich sogar den Spaß erlaubt, beim Besteigen der Treppenstufen die Anzahl dieser zu zählen, und kommt auf die Zahl 246.

Der Kraterrand ist nur ca. 1 m breit, es herrscht hier auch Besuchergedränge. Vom Inneren des Kraters steigt ein dicker Rauch, starkes Schwefelgeruch hängt in der Luft. Es bietet sich ein majestätischer Blick über die weite Umgebung und das Tal. Der Himmel ist wolkenlos und die Sonne strahlt kräftig. Es ist ganz hell und nicht mehr so kalt wie zuvor auf der Aussichtsplattform. Unsere dicken Mäntel haben wir vorher schon unten am Pferd zurückgelassen und sind nur noch mit einem Pulli ausgestattet.

Der Nebel löst sich im Tal langsam auf. Mittlerweile sieht man von oben schon besser den Hindu-Tengger-Tempel im Tal, der vorher noch vom Nebel umhüllt war. Wir genießen das herrliche Panorama hier oben eine Weile, bevor wir wieder hinuntergehen. Die Pferde bringen uns wieder zu dem Parkplatz, wo unser Jeep auf uns wartet. Jetzt erst auf der Fahrt zurück zum Hotel können wir die Landschaft in der Umgebung von Bromo richtig ansehen. Gestern Abend und heute Morgen war ja alles dunkel. Es ist eine sehr schöne phantastische Landschaft inmitten der hohen Berge. Entlang der engen aber gut ausgebauten Straßen sehen wir viele hübsche solide Wohnhäuser. Wir fragen uns, wovon sie eigentlich hier im Hochland in der Abgeschiedenheit leben. Sie können doch nicht alle vom Tourismus leben?

Nach dem Frühstück verlassen wir das Hotel und fahren mit unserem Wagen nach Surabaya zurück. Für Surabaya hat Whinny für uns das Hotel Equatorial ausgesucht. Es ist ein Hotel gehobenen Standards und liegt in einem besseren Viertel etwas abseits der Hauptstraßen. In der Umgebung des Hotels sehen wir viele noblen Häuser.

Am Abend ist ein Treffen mit Whinny angesagt. Der Fahrer bringt uns zu einer Shopping-Mall, wo wir uns mit Whinny und ihrer Familie treffen sollen. Vorher haben wir noch etwas Zeit, uns in der Mall umzusehen. Die Mall ist ziemlich neu, kommt mir aber nicht unbedingt als die größte in Surabaya vor. An diesem frühen Abend sind nur wenige Besucher hier. Einige Zeit später kommen Tom und Whinny mit der vierjährigen Tochter Angie. Ein Wiedersehen nach vier Jahren. Es wiederholt sich alles, auch wenn ich es nicht erwartet habe. Immer wieder bin ich in Surabaya gelandet, jetzt zum vierten Mal in fünf Jahren. Diesmal ist es meinen Freundinnen Bärbel und Rosita zu verdanken, dass ich mich mal wieder nach Surabaya verschlagen habe, sie wollten unbedingt zum Mt. Bromo. Alleine hätte ich da nicht geschafft, mal wieder nach Surabaya zu kommen :-). Wir gehen mit Tom und Familie in ein Restaurant in der Mall zum Abendessen. Wir unterhalten uns und tauschen Neuigkeiten aus. Whinny händigt uns Tickets für unsere Inlandsflüge aus, welche sie rechtzeitig für uns besorgt hat. Ich erfahre, dass sie demnächst für ein paar Tage nach Nordbali fahren wollen, ungefähr in dem Zeitraum, in dem wir auch dort sein werden. Eigentlich eine gute Gelegenheit, sich dort wieder zu treffen und eventuell etwas gemeinsam zu unternehmen. Nach dem Essen fährt der Fahrer uns alle heim, zuerst zu unserem Hotel. Auf dem Hotelgelände verabschieden wir uns von Tom und Familie. Es war ein kurzes Treffen. Aber die Zeit rast. Es ist unser letzter Abend auf Java. Morgen früh fliegen wir weiter nach Sulawesi ...

Reisetagebuch (Auszug), Teil 2: Sulawesi


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Und der, der auf dem Thron saß, sprach: „Siehe! Ich mache alle Dinge neu.“ (Offenbarung 21:5)

Dieser Beitrag wurde von Henky Baharuddin am 14.12.2007, 22:26 Uhr editiert.

14.12.2007, 22:06 Profil von Füge  deiner Freunde-Liste hinzu Email an Henky Baharuddin senden Homepage von Henky Baharuddin
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Hallo,

peinlich, peinlich, der Fehler.

Oben unter Montag, 1. Oktober steht:
''Das starke Erdbeben von 27. Mai 2006 hat die Anlage auch mit in die Leidenschaft gezogen.''

Natürlich muss es richtigerweise heißen:
''Das starke Erdbeben vom 27. Mai 2006 hat die Anlage auch in Mitleidenschaft gezogen.''



Prambanan Tempel, 01.10.07


Vielen Dank an Karin Wenk aus Kerobokan-Bali für die Aufmerksamkeit und den Hinweis.

Viele Grüße
Henky
(noch 10 Tage bis zum Abflug, nein, diesmal nicht nach Bali, aber in die Türkei, schließlich gibt es auch andere interessante Reiseziele auf der Welt als nur Bali :-) )


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Und der, der auf dem Thron saß, sprach: „Siehe! Ich mache alle Dinge neu.“ (Offenbarung 21:5)

29.03.2008, 23:50 Profil von Füge  deiner Freunde-Liste hinzu Email an Henky Baharuddin senden Homepage von Henky Baharuddin
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