CMS-MEDIEN Webhosting-Pakete - Infos hier !

Registrierung Kalender Häufig gestellte Fragen Suche Mitgliederliste Moderatoren und Administratoren Startseite
Indonesien-Forum » Java, Sumatra, Borneo- Forum » Reisetagebuch, Teil 2: Sulawesi » Hallo Gast [registrieren|anmelden]
« Vorheriges Thema Nächstes Thema » Druckvorschau | An Freund senden | Thema zu Favoriten hinzufügen
Neues Thema erstellen Antwort erstellen
Autor
Beitrag
Henky Baharuddin
Routinier




Dabei seit: November 2001
Herkunft: Medan/Sumatra, heute: Düren bei Aachen
Beiträge: 355

Henky Baharuddin ist offline
  Reisetagebuch, Teil 2: SulawesiAntwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Nach weiteren Beiträge von  suchen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

Reisetagebuch (Auszug), Teil 1: Java

Reisetagebuch (Auszug), Teil 2: Sulawesi

Donnerstag, 4. Oktober

Nach dem vorgezogenen Frühstück verlassen wir unser Hotel in Surabaya. Kurz nach halb sieben treffen wir im nagelneuen modernen Flughafen von Surabaya ein. Unsere nächste Etappe führt nach Nordsulawesi. Whinny hat für uns Tickets für Lion Air besorgt. Es gibt keine direkte Verbindung von Surabaya nach Manado, wir müssen in Makassar umsteigen. Kurz nach ein Uhr landen wir in Manado, der Hauptstadt der Provinz Nordsulawesi. Ein Angestellter des Hotels, in dem wir die nächsten drei Nächte bleiben werden, erwartet uns bereits am Ausgang des Airports. Das Hotel Highland Resort habe ich bereits von Düren aus online gebucht. Zu den Leistungen des Hotels gehört, dass Gäste, die drei Nächte und länger im Hotel bleiben, vom Airport kostenlos abgeholt werden.

Dies ist meine allererste Reise nach Sulawesi. Ich wollte eigentlich schon seit 1995 nach Sulawesi reisen, es hat bis jetzt aber nie geklappt. Es fehlte immer an Gleichgesinnte im Freundeskreis als Reisebegleitung. Manche können nicht mal mit dem Begriff Sulawesi etwas anfangen. Endlich klappt es diesmal dank Bärbel und Rosita! Von daher habe ich mich besonders auf diesen Teil der Reise gefreut.

Auf der Fahrt vom Airport zu unserem Hotel mache ich die erste Bekanntschaft mit Sulawesi. Unser Hotel liegt in Kinilow im Minahasa-Hochland, etwa 20 km von Manado entfernt. Der Fahrer fährt gemächlich auf der Hauptstraße, die nicht so chaotisch und überfüllt ist wie auf Javas Straßen. Die Straße schlingelt sich sanft bergauf durch die sehr schöne Landschaft mit einer sehr grünen und vielfältigen Vegetation. Uns fallen sofort die vielen Kirchen links und rechts der Straße auf. Nordsulawesi ist eine christliche Region, die Mehrheit der Bevölkerung vom Stamm der Minahasa gehört dem christlichen Glauben an. Nach ca. einer Stunde erreichen wir unsere Anlage, die etwas abseits der Hauptstraße liegt. Es ist eine sehr schöne Anlage mit Cottages aus Palmenholz inmitten einer sehr schönen Landschaft. Die Zimmer haben zwar keine Klimaanlage, aber hier im Hochland ist es nicht so heiß wie auf dem Flachland.

Nach dem Abendessen im Hotel machen wir einen Abstecher zu dem einige Kilometer weit entfernten Hauptort Tomohon. Von der Hauptstraße fahren wir mit einem Mikrolet, Minisammelbus, nach Tomohon. Dort schlendern wir ein wenig entlang der Hauptstraße. Irgendwo sehen wir von der Straße aus eine Gruppe junger Leute in einer Halle, die gerade einen Tanz ausüben. Wir gehen in die Halle rein, setzen uns dort eine Weile und schauen der Gruppe bei ihrer Tanzübung zu. Die Melodie und die Bewegungen der Tänzer kommen uns aber fremd vor, nicht gerade asiatisch. Der Südsee läßt grüßen. Hier im östlichsten Zipfel von Nordsulawesi ist der Südsee näher als in den anderen Gebieten Indonesiens. Der polynesische Einfluß spiegelt sich in den Gesängen und den Tänzen der Minahasa wieder. Die christliche Zugehörigkeit und der hohe Lebensstandard der Minahasa heben ebenfalls diese Bevölkerungsgruppe von den anderen Stämmen Indonesiens ab.

Freitag, 5. Oktober

Wir nehmen heute an einer Sightseeing-Tour durch Minahasa-Hochland, welche durch unser Hotel veranstaltet wird. Sie führt zuerst zu dem Markt von Tomohon. Wir sehen hier auf den Verkaufstischen neben den gewöhnlichen Sachen auch solch nicht besonders appetitliche, wie gegrillte Hunde, Ratten und Fledermäuse. Die Minahasa verzehren traditionsmäßig solche Sachen.

Weiter besuchen wir die Japanische Höhle. Die unterirdischen Gänge wurden während der Besatzungszeit von den Japanern zu logistischen Zwecken errichtet.

Wir fahren weiter durch die sehr schöne Landschaft und die vielen verträumten Ortschaften. Das weite Gebiet in der Umgebung von Tomohon sieht einem Blumenmeer ähnlich. Überall sehen wir schöne verschiedenartige Blumen, an den Straßen, an den Häusern. Vor jedem Haus stehen viele Töpfe mit farbenprächtigen Blumen. Ein wahrer Augenschmaus. Plötzlich öffnet sich der Blick auf einen See vor uns. Es ist Lake Tondano, der größte See Nordsulawesis. Wir halten an einem Restaurant am Seeufer zum Mittagessen an. Hier sitzen wir direkt über dem Wassser und können beim Essen die schöne weite Landschaft um den See genießen.



Weitere Stationen sind die Töpferherstellung in Pulutan, die heiße Quelle in Ranopaso und der Lukon-See. Das Wasser des Lukon-Sees ist schwefelhaltig. Wir schlendern hier am Seeufer und auf den Schwefelgesteinen. Dann geht es weiter nach Airmadidi. In diesem Ort gibt es viele alten Steingräber, Waruga, als Zeugnis einer besonderen Form der Bestattung. Die Steingräber haben eine fast quadratische Form und sind oben mit dachförmigen Steinen verschlossen. Die Toten wurden in sitzender Position in diesen Gräbern bestattet.

Schließlich geht es nach Waloan. Hier stehen entlang der Hauptstraße viele schöne große traditionelle Holzhäuser, die zum Ausstelungszweck von ihren Besitzern dort aufgestellt und zum Verkauf angeboten werden. Die Häuser können bei Interesse abgebaut, zu dem Verkäufer transportiert und dort wieder zusammengebaut werden.

Kurz vor dem Schlafen herrscht Aufregung im Zimmer. Bärbel hat in den letzten Tagen zwar ein paar Geckos gesehen, aber diesmal hat sie einen direkt im Zimmer entdeckt. Geckos sind eigentlich ganz harmlos und gar niedlich im Vergleich zu Kakerlaken. Aber sie hat furchtbare Angst vor solchen krabbelnden Tierchen seit ihrer Begegnung mit Kakerlaken am ersten Abend. Sie sagt ganz ernst, dass sie in der Gegenwart von diesem Gecko nicht schlafen kann, und besteht darauf, dass das Tier weggeschafft wird. Wir bitten dann das Hotelpersonal, den Gecko aus dem Zimmer zu entfernen.

Samstag, 6. Oktober

Heute ist eine Schnorcheltour zur Insel Bunaken angesagt. Es geht zunächst mit dem Auto vom Hotel zum Hafen nach Manado und von dort per Boot zur Insel. Der Himmel ist tiefblau und wolkenlos, das Meer ist ruhig. Unterwegs werden Delphinen gesichtet. Kurz vor Bunaken Island fährt das Boot langsam und wir können durch den Glasboden des Bootes die Unterwasserwelt von Bunaken sehr gut sehen. An dieser Stelle ist das Wasser nur 1 bis 2 m tief. Fische und Korallen verschiedenster Arten können wir hier bestaunen. Danach stoppt das Boot und es wird geschnorchelt. Am Mittag landen wir auf der Insel. Nach dem Essen in einem einfachen Restaurant gehen wir dem Strand entlang spazieren. Im Zentrum der Insel sind etliche Shops und ein offizielles Informationsbüro zu finden. Auf einer Tafel im Informationsbüro ist die Anzahl der Touristen für jeden Monat aufgelistet. Durchschnittlich kommen 1 bis 2 Touristen täglich auf diese Insel, es sind nicht gerade viele, wenn man bedenkt, dass Bunaken in der ganzen Welt unter den Tauchern sehr berühmt ist.



Wir verlassen die Insel und stoppen an einer Stelle vor der Küste. Dort haben wieder Gelegenheit zu schnorcheln und zu schwimmen, bevor wir nach Manado zurückfahren.


__________________
Und der, der auf dem Thron saß, sprach: „Siehe! Ich mache alle Dinge neu.“ (Offenbarung 21:5)

Dieser Beitrag wurde von Henky Baharuddin am 20.12.2007, 20:38 Uhr editiert.

14.12.2007, 22:17 Profil von Füge  deiner Freunde-Liste hinzu Email an Henky Baharuddin senden Homepage von Henky Baharuddin
Henky Baharuddin
Routinier




Dabei seit: November 2001
Herkunft: Medan/Sumatra, heute: Düren bei Aachen
Beiträge: 355

Henky Baharuddin ist offline
  Antwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Nach weiteren Beiträge von  suchen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

Sonntag, 7. Oktober

Heute heißt es wieder: ab in den Flieger! Es geht weiter nach Südsulawesi. Im Morgengrauen bringt uns der Fahrer zum Airport nach Manado. Die Straßen sind noch leer an diesem frühen Sonntagmorgen, die Fahrt verläuft zügig.

Im Airport von Makassar, der Hauptstadt von Südsulawesi, werden wir schon von Yanti erwartet. Yanti ist eine junge moderne Frau vom Stamm der Toraja, wohnt in Makassar und ist eine gelernte Hotelfachfrau. Ich habe sie vor zwei Jahren auf meiner Flores-Reise kurz kennen gelernt. Vor unserer Reise habe ich sie zum ersten Mal wieder kontaktiert und gefragt, ob sie uns behilflich sein kann und für uns auf irgendeine Weise eine Erkundungstour durchs Torajaland organisieren kann. Sie hat freundlicherweise zugesagt und versichert, dass sie uns auf jeden Fall ins Torajaland begleiten werde. Ich war seinerzeit sehr erfreut darüber. Für uns kann sie eine sehr große Hilfe sein, da sie sich als Toraja-Frau sehr gut mit den Gepflogenheiten und den Örtlichkeiten des Torajalandes auskennt.

Yanti hat für uns einen Mietwagen mit Fahrer und Hotels in Makassar und Rantepao im Torajaland reserviert. Sie bringt uns zuerst zu unserem Hotel im Zentrum von Makassar. Nach dem Mittagessen in einer benachbarten Mall machen wir mit dem Mietwagen eine kleine Erkundungtour durch Makassar. Yanti führt uns zum Hafen von Makassar, wo wir viele schöne traditionelle Holzschiffe sehen können. Danach besuchen wir die holländische Festung Fort Rotterdam aus der Kolonialzeit. Die Außenmauer der Festung ist zum Teil noch erhältlich, die Gebäude innerhalb der Festung sind restauriert und beherbergen auch ein Museum. Zum Schluß besichtigen wir noch einen chinesischen Tempel im Zentrum von Makassar. Makassar hinterläßt bei mir keinen guten Eindruck. Voll, unordentlich, schmutzig. Eine Stadt, in der man nicht lange bleiben möchte.

Am Nachmittag erholen wir uns im Hotel. Gegen Abend kommt Yanti dann wieder ins Hotel, um uns zum Abendessen zu begleiten. Wir gehen zu Fuß bis an den nicht so weit entfernten Strand. Überall ist es viel los. Die Uferpromenade ist voll mit Menschen. Zum Abendessen gehen wir in ein indonesisches Seafood-Restaurant. Dort wollen wir wie jeden Abend auch Bintang bestellen, aber es wird kein Bier verkauft. Die Kellnerin sagt, es sei der Fastenmonat Ramadan, und sie will nicht, dass „Studenten“ dadurch erbost würden - und ihr Lokal dann wahrscheinlich demolieren würden (meine Interpretation). Wir befinden uns in einer moslemischen Gegend. Es ist unser erster Abend in Indonesien ohne Bintang-Gelage.

Während unseres Abendessens erfahren wir mehr über Yanti. Sie ist Christin wie die meisten Toraja. Sie hat zuletzt als Hotelfachfrau im Novotel in Rantepao gearbeitet, bis das Hotel leider schließen musste. Seitdem ist sie auf der Suche nach einem neuen Job. Glücklicherweise hat sie kurz vor unserem Treffen eine Zusage bekommen und kann dann ab Mai nächsten Jahres ihre neue Stelle in einer neuen Hotelanlage in Bira antreten. Es überrascht uns, dass sie am 11. Oktober ihren dreißigsten Geburtstag haben wird. Da ist sie noch mit uns zusammen.

Montag, 8. Oktober

Heute machen wir uns auf den Weg ins Torajaland. Unser Ziel ist Rantepao, der touristische Hauptort im Torajaland, wo wir die nächsten drei Nächte bleiben werden. Unser Fahrer steht schon mit dem Wagen vor dem Hotel. Danach kommen Yanti und ihre Mutter. Yantis Mutter wohnt eigentlich bei Rantepao, aber sie ist gerade für ein paar Tage in Makassar zu Besuch bei Verwandten. Da sie wieder heimfahren muss, bietet sich an, dass sie zusammen mit uns nach Rantepao fährt. Die Strecke Makassar - Rantepao ist 330 km lang und die Fahrt dauert normalerweise ca. sieben Stunden. Unterwegs verlassen wir kurz die Hauptstraße und machen noch einen Abstecher nach Bantimurung, wo ein weitläufiger Park mit einem Wasserfall steht.

Wir kommen auf die Hauptstraße zurück und es geht dann weiter nach Rantepao. Etwa auf der halben Strecke halten wir zum Mittagessen an einem Restaurant direkt am Strand an. Von unseren Plätzen aus sehen wir das weite Meer vor uns. Plötzlich schlägt das Wetter um. Es ziehen schwere dunkle Wolken auf und es beginnt dann monsunartig zu regnen. Es ist unser allererstes Schlechtwetter in Indonesien. Bis jetzt hat es noch nie geregnet. Noch beim strömenden Regen fahren wir fort. Unterwegs läßt der Regen zwar nach, aber der Himmel bleibt immer noch bedeckt.

Am Nachmittag legen wir wieder eine Pause ein. Hier oben ist es schon merklich kühler. Wir halten uns in einem Warung auf, von wo aus wir einen sehr guten Blick auf das Gebirge im Hintergrund haben. Die Formation des Gebirges erinnert an das weibliche Geschlechtsteil, deswegen wird es hiesig Erotic Mountain genannt. Hier genießen wir unseren Nachmittagskaffee mit herrlichem Blick auf die weit offene Vagina.

Es ist dunkel geworden. Langsam erreichen wir das Toraja-Gebiet. Hier und da sieht man schon in der Dämmerung einige Bauten mit ihrer typischen Bedachung in Form eines Büffelhornes. Unser Fahrer leistet wirklich die schwerste Arbeit. Die Hauptstraße Makassar - Rantepao ist zwar gut ausgebaut, aber ziemlich schmal und weist besonders am Rand viele Unebenheiten auf. Es verkehren viele langsamen Motorräder oder Kleinbusse, die ständig überholt werden müssen, man muss immer auf den starken Gegenverkehr achten, und dann noch die Dunkelheit. Es ist wirklich sehr mühsam, hier stundenlang Auto zu fahren. Es verlangt viel Geduld und einen kühlen Kopf. Ich würde nicht an seiner Stelle sitzen.

Endlich kommen wir in Rantepao an. Yanti bringt uns zum Hotel Indra im Zentrum von Rantepao, in dem sie Zimmer für uns reserviert hat. Wir verabschieden uns dann, alle sind erschöpft von der langen Fahrt. Der Fahrer bringt Yanti noch zu ihren Verwandten in Rantepao, bei denen sie übernachten wird. Yantis Mutter wird zu ihrem etwas weiter entfernten Haus außerhalb von Rantepao gefahren.

Dienstag, 9. Oktober

Yanti und der Fahrer kommen pünktlich zum Hotel. Heute beginnt unsere ausgedehnte Erkundung durch das Torajaland. Wir besuchen zuerst das traditionelle Dorf Palawa. Dort reihen sich die traditionellen Wohnhäuser, Tongkonan, aneinander. Gegenüber stehen in einer Reihe die Reisspeicher.

Fast täglich werden in irgendeinem Dorf im Torajaland Bestattungszeremonien abgehalten. Der Besuch einer solchen Zeremonie gehört zu den Highlights für Besucher im Torajaland. Touristen sind bei solchen Feierlichkeiten meist gerne gesehen und werden herzlich empfangen. Yanti hat erfahren, dass heute in einem bestimmten Dorf eine solche Zeremonie statfindet. Wir fahren zu diesem Dorf. Als Gastgeschenk haben wir heute Morgen in Rantepao eine Stange Zigaretten gekauft. Solche Bestattungszeremonie dauert mehrere Tage. Heute findet hier die Zeremonie für den Empfang der Gäste statt. Als wir dort ankommen, befinden sich schon Hunderte von Gästen in den Räumlichkeiten auf dem Areal. Es herrscht lebhaftes Treiben. Yanti versucht, die Angehörigen zu finden, und stellt uns ihnen vor. Wir dürfen dann Platz nehmen auf einer Veranda neben anderen Gästen. Es werden uns Getränke serviert. Wir bleiben dort einige Zeit lang und beobachten das ganze Treiben. Es kommen ständig neue Gäste und bringen der Familie des Verstorbenen Geschenke mit, meist in Form von Schweinen und Büffeln. Es ist recht beeindruckend, solcher Feierlichkeit beizuwohnen. Später will man uns noch Speisen servieren, aber da wollen wir uns gerade wieder auf den Weg machen.

Wir fahren weiter durchs Torajaland. Es ist eine schöne bergige Landschaft mit tiefen grünen Tälern und schönen Reisfeldern. Von weit her erkennt man immer wieder in der Ferne vereinzelt die typischen Dächer der Toraja-Wohnhäuser. Auch von einem Restaurant auf einem Hügel haben wir solch ein schönes Panorama. Doch während wir dort essen, verdunkelt sich der Himmel, es beginnt heftig zu schütten. Wir erleben unseren zweiten Regen in Indonesien. Noch beim strömenden Regen machen wir uns wieder auf. So schnell der starke Regen kommt, so schnell verschwindet er auch. Es nieselt dann nur noch etwas, der Himmel bleibt weiterhin bedeckt an diesem Nachmittag. In Lokomata besichtigen wir noch einen sehr großen fast runden Felsen. Dort sind viele Gräber eingelassen.

Mittwoch, 10. Oktober

Das erste Ziel unserer heutigen Toraja-Erkundungstour ist Lemo. Dort befinden sich in einer Felswand viele Gräber. In den unteren Räumen stehen Tao Tao, die menschengroßen Holzskulpturen als Abbild der Verstorbenen. In einem weiteren Ort, Kambira, findet man an einem großen Baum viele Räume, in denen Babys begraben wurden. Dann geht es nach Suaya, wo ebenfalls in einer Felswand zahlreiche Tao Tao zu sehen sind.



Unser Fahrer hat sich unterwegs umgehört und erfahren, dass heute in einem Dorf im Rahmen der Bestattungsfeierlichkeiten eine Zeremonie für die Büffelschlachtung stattfindet. Wir wollen uns dies auch ansehen und fahren zu dem Dorf. Als wir dort eintreffen, sind bereits Hunderte von Gästen versammelt. Ein paar westliche Touristen sind auch dort zu sehen. Auf einem Platz inmitten des Areals stehen ein Büffel und sein Schlachter bereit. Aus den Lautsprechern ertönt zuerst eine Ansprache in der Toraja-Sprache, die ich nicht verstehe. Es geht dann plötzlich blitzschnell. Der Schlachter schwenkt sein Messer und trfft mit einem kräfigen Schlag gegen den Hals des Büffels. Der Büffel zuckt heftig, Blut spritzt aus dem Halsschlagader. Der Büffel bricht langsam zusammen, zuckt immer noch auf dem Boden. Es dauert mehrere Minuten, bis er ausgeblutet ist und schließlich ganz verendet. Kein schöner Blick.

Weiter geht es nach Londa. Dort sind Gräber in einer sehr hohen Felswand eingelassen. Man sieht dort auch die Seile, mit denen die Gräber nach oben transportiert wurden. Unten in einer Höhle sind auch Gräber zu sehen.

In einem weiteren Ort, Kete Kesu, stehen auf einem Platz einige sehr schöne traditionelle Toraja-Häuser in einer Reihe. Direkt gegenüber liegt die Reihe der Reisspeicher. Neben diesem Platz führt ein Pfad zu einer Felswand. Am Hang des Felsen hängen viele Gräber.

Donnerstag, 11. Oktober

Heute Morgen fühle ich mich nicht wohl. Ich habe mir Erkältung eingeholt. Die Nase ist zu, mein Hals tut weh, ich kann nur leise und undeutlich sprechen. In diesem Moment hoffe ich, dass es sich nicht weiter verschlechtern wird.

Als Yanti heute Morgen ins Hotel kommt, gratulieren wir ihr zu ihrem runden Geburtstag und überreichen ihr das Geschenk, das wir vorbereitet haben. Sie ist sichtlich überrascht und sehr erfreut. Wir verlassen heute Rantepao und fahren nach Makassar zurück. Die Fahrt nach Makassar verläuft zügig. Zum Mittagessen halten wir unterwegs in einem Restaurant in Pare Pare an der Westküste an, von wo aus wir eine schöne Aussicht über die Stadt und das Meer haben.

Am Nachmittag erreichen wir Makassar. Wir begeben uns auf die Suche nach einem Hotel in der Nähe des Airports, da wir ja morgen früh wieder zum Airport müssen. Doch das gestaltet sich schwierig. Zwar gibt es einige Hotels in der Umgebung des Flughafens, welche wir uns dann auch ansehen. Aber wie so oft in Indonesien, so schön und glitzernd die Fassade und das Lobby eines Hotels auch sind, wird man enttäuscht, wenn man dann die Zimmer besichtigt. Mal ist das Zimmer fensterlos, mal ist der Boden dreckig, mal ist es muffig usw. Oder man müsste ein 4- oder mehr Sterne-Hotel haben und wenn möglichst ein nagelneues. In so einem landen wir dann schließlich. Es ist das vor kurzem eröffnete Hotel Santika im Zentrum von Makassar. Es ist ein super Nobel-Hotel mit tadellosen Zimmern. Wir haben heute Abend keine Lust, durch diese uninteressante Stadt zu gehen. Wir gehen ins Hotelrestaurant zum Dinner und verbringen dann den Rest des Abends im Bett. Morgen erwartet uns Bali ...

Reisetagebuch (Auszug), Teil 3: Bali


__________________
Und der, der auf dem Thron saß, sprach: „Siehe! Ich mache alle Dinge neu.“ (Offenbarung 21:5)

Dieser Beitrag wurde von Henky Baharuddin am 15.12.2007, 00:12 Uhr editiert.

14.12.2007, 22:22 Profil von Füge  deiner Freunde-Liste hinzu Email an Henky Baharuddin senden Homepage von Henky Baharuddin
  « Vorheriges Thema Nächstes Thema »
Neues Thema erstellen Antwort erstellen
Gehe zu:

Anzeigen:



AGENTUR::BALI-INFO::MAGAZIN::TWITTER::

Powered by: Burning Board © 2001 WoltLab GbR
Das Forum ist ein Service von
CMS-MEDIEN ++Agentur für Kommunikation++

All rights reserved. Copyright by CMS-MEDIEN AGENTUR

Impressum
Nutzungsbedingungen